Erfahrungsberichte zu Stomaprodukten | Ako | Dansac DE

Erfahrungsberichte

Ein Stoma, ob temporär oder permanent, stellt eine große Veränderung im Leben dar. Einige Personen können viel Zeit und Gewöhnung brauchen, um das Leben mit einem Stoma zu akzeptieren. andere stellen sich schneller darauf ein. Wie Sie mit dem Stoma umgehen können, hängt von Ihnen und Ihrer Situation ab – es gibt keine richtige oder falsche Art, mit einem Stoma zu leben. Wir haben die Geschichten einiger Menschen gesammelt, die mit einem Stoma leben und ihre Erfahrungen teilen.

Ako

Ileostomie seit 2002
Land: Japan
Beruf: Redner
Hobby: Vortragender für den japanischen Stomaverband

Es ist wichtig, so viele Informationen wie möglich einzuholen

Ich leide seit 20 Jahren an Morbus Crohn und wurde medikamentös behandelt, aber vor 8 Jahren hatte ich einen akuten Eingriff aufgrund einer Perforation meines Dickdarms. Vor dem Eingriff hatte ich nicht genügend Informationen über das Leben mit einem Stoma, also rate ich anderen immer, möglichst viele Informationen einzuholen, wenn sie wissen, dass die Diagnose mit einem Stoma enden könnte. Es ist wichtig, die richtigen Informationen sowohl vom Chirurgen als auch der Stomapflegekraft zu bekommen, ebenso von Menschen, die mit einem Stoma leben, um sich auf die Situation möglichst gut vorbereiten zu können. Suchen Sie Informationen im Internet  und in Büchern, um die Angst vor dem Unbekannten zu verringern.

Ich habe mein Stoma von Anfang an akzeptiert

Die Pflege des Stoma zu lernen, war kein Problem, und ich habe dies von Anfang an akzeptiert, da ich wusste, dass ich ohne Stoma nicht lebensfähig gewesen wäre. Mein Stoma ist gut positioniert; das ist für die tägliche Pflege, aber auch für meine Lebensqualität wichtig. Mein Ehemann hat mich immer stark unterstützt und mein Stoma ebenfalls akzeptiert. Ich gehe mit meinem Stoma sehr offen um, habe aber nicht jedem davon erzählt, da mir aufgefallen ist, dass einige Personen mit dem Thema schwer umgehen können. Natürlich wissen meine Familie und engsten Freunde von dem Stoma, und für sie stellt es kein Problem dar.

Es ist sehr hilfreich, mit anderen Menschen, die ein Stoma haben, zu reden

Um mehr Bewusstsein über Menschen, die mit einem Stoma leben, zu schaffen, reise ich für den Stomaverband durch Japan und halte Vorträge. Es hat mir nach dem Stoma-Eingriff sehr geholfen, mit anderen Personen in derselben Situation zu sprechen, und wenn ich auf diese Art wiederum anderen helfen kann, dann tue ich dies. Ich glaube, es ist wichtig, Informationen von anderen Menschen einzuholen, die mit einem Stoma leben, da wir alle bestimmte Erfahrungen teilen.

Die größte Angst ist eine Leckage

Ich glaube, dass Leckage und der Stuhlgeruch die größten Ängste einer Person mit einem Stoma sind. Ich hatte nur einmal eine Leckage, aber erinnere mich noch deutlich daran, und in der Konsequenz habe ich einige Angewohnheiten im Alltag geändert. Wenn ich unterwegs bin, prüfe ich immer die Toiletten, z.B. in Restaurants und beim Besuch neuer Orte, und ich sitze, so möglich, immer in der Nähe eines Notausgangs.

Unterschiedliche Traditionen

Es gibt in Japan einige Traditionen, die im Rest der Welt nicht existieren, darunter beispielsweise sehr heiße Bäder. Das ist mit einem Beutel gut möglich, für die Hautbarriere aber nicht optimal. Meine Lösung besteht darin, wasserdichtes Band an den Rändern zu verwenden, und ich bleibe nicht so lange im heißen Wasser, wie ich normalerweise würde. Das funktioniert, und ich kann mein Bad genießen.

Ein anderer Aspekt, der Japan zu eigen ist—und somit nur Frauen mit Stoma betrifft—ist unser traditioneller Kimono. Ein traditioneller Kimono liegt sehr eng am Bauch an und kann mit einem Stoma schwierig zu tragen sein. Meiner ist eine Maßanfertigung mit genügend Platz, sodass mein Stoma nicht eingeschränkt wird. Niemand kann den Unterschied sehen, und ich fühle mich in meiner Lieblingskleidung gut.

Ich möchte anderen Personen mit einem Stoma—oder Personen, die bald eins haben werden—den Rat geben, dass es wichtig ist, das Leben wie gehabt weiterzuleben, möglichst viel Informationen einzuholen und mit anderen Menschen mit Stoma zu reden.