Unabhängig von der der Stomaanlage zugrunde liegenden Diagnose kann das Stoma bewusst oder unbewusst zu einer Belastung für Sie oder Ihre Angehörigen werden. Ängste und Befürchtungen über die Zukunft oder sogar Abscheu vor dem Stoma können das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Diese Befürchtungen verlieren in aller Regel später an Bedeutung, aber Sie müssen erst einmal verarbeitet werden.
Die meisten Veränderungen in unserer eigenen Wahrnehmung vollziehen sich nach und nach über Jahre hinweg, wie z. B. das Älterwerden. Eine Operation, bei der ein Stoma angelegt wird, ist eine plötzliche, wesentliche Veränderung Ihres Körpers und des Bildes, das Sie von sich selbst haben. An diese Veränderung müssen Sie sich erst gewöhnen.
Es ist ganz natürlich, dass Sie Gefühle wie Kummer und Schmerz durchleben, während Sie sich mit Ihrem neuen, aber nicht wirklich anderen Selbst vertraut machen. Sexuelle Aktivität ist eine unserer natürlichen Funktionen und von ihr sollten Sie sich auch durch ein Stoma nicht abhalten lassen.
Wenn Sie zurzeit keinen Partner/keine Partnerin haben, sich aber darüber Gedanken machen, wie Sie einem neuen Partner/einer neuen Partnerin anvertrauen können, dass Sie ein Stoma haben, so gibt es dafür keinen richtigen oder optimalen Zeitpunkt. Diese Entscheidung bleibt Ihrem Urteilsvermögen überlassen. Es erscheint jedoch ratsam, am Anfang der Beziehung, vor den ersten Intimitäten, über dieses Thema zu sprechen. So vereinfachen Sie die Situation für beide Seiten und können sich entspannen.
Stomaträger/innen haben Beziehungen, heiraten, bekommen Kinder und führen ein ganz normales Leben. Beziehungen zu einem Stomaträger/einer Stomaträgerin sind genauso stabil wie alle anderen Beziehungen auch.
In der Zeit unmittelbar nach der Operation können verschiedene Faktoren den Sex problematisch machen, z. B.:
Es können auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und fehlendes Interesse am Sex auftreten.
Das ist nicht ungewöhnlich und in den meisten Fällen nur eine vorübergehende Erscheinung, jedoch kann diese Erfahrung besorgniserregend sein und bei Ihnen der Eindruck entstehen, dass die Lust und der Spaß am Sex verschwunden sind.
Verständnis, Kommunikation und Wärme zwischen Ihnen und Ihrem Partner/Ihrer Partnerin sind hier besonders wichtig. Wir können nicht die Gedanken des anderen lesen. Deshalb müssen wir Fragen stellen und über die Bedürfnisse und Wünsche sprechen, wenn es um unsere sexuellen Vorlieben geht. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin diese Schwierigkeiten besprechen, damit Sie beide gelassen bleiben und sich keine unnötigen Sorgen machen.
Bei Erektionsproblemen gibt es verschiedene Hilfsmöglichkeiten:
Bei Frauen, deren Rektum bei der Operation entfernt wurde, kann sich die Empfindung beim Geschlechtsverkehr in der Vagina ändern. Es kann über Monate zu Schmerzen, Berührungsschmerzen, Trockenheit oder Ausfluss aus der Vagina kommen. Es ist wichtig, dass Sie und Ihr Partner über diese Schwierigkeiten sprechen, damit Sie beide gelassen bleiben und sich keine unnötigen Sorgen machen.
Ihr Stomatherapeut kann Ihnen weitere Ratschläge geben.
Unser Ratgeber "Stoma und Sexualität" bietet Ihnen zusätzliche Hilfe und Raschläge zum Thema der Partnerschaft und Sexualität mit einem Stoma.
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Die Operation und die Art Ihres Stomas können sich auf die Zuverlässigkeit der von Ihnen verwendeten Anti-Baby-Pille auswirken. Die Wahl der Verhütungsmethode sollten Sie mit Ihrem Arzt, Gynäkologen oder Stomatherapeuten besprechen.
Ein Stoma ist kein Hindernis für die Schwangerschaft und Geburt. Jedoch wird aus Gründen der Eingewöhnung nach einer Stomaoperation meist eine Wartezeit von ein bis zwei Jahren vor einer Schwangerschaft empfohlen.
Generell gibt es keinen Grund, warum Sie kein Baby haben sollten. Wichtig ist jedoch, dass Sie mit Personen sprechen, die Ihnen helfen können – mit Ihrem Arzt, Gynäkologen und Stomatherapeuten.
Das Stoma kann anschwellen und in der Mitte der Schwangerschaft mehr als üblich hervortreten. Das Stoma erreicht nach der Entbindung meist wieder seine normale Größe.